Solche Momente können starke Selbstzweifel in uns auslösen und uns lange begleiten. Aber warum fällt es uns eigentlich manchmal so schwer, diese verletzenden Worte wieder loszulassen? Und was brauchen wir, um diese Verletzungen jetzt endlich zu heilen?
In dieser Folge #ziemlichglücklich erfährst du, mit welchen 5 psychologischen Schritten du diese alten Verletzungen ein für alle Mal verarbeiten und loslassen kannst. Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass du dir endlich wieder selbst den Rücken stärken kannst ❤️
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Das erfährst du in dieser Folge
- welche Emotion wir nach Verletzungen oft viel zu wenig zulassen
- warum wir verletzende Worte häufig als berechtigte Kritik sehen und dadurch an uns selbst zweifeln.
- wie in unserem Kopf eine Verantwortungsverschiebung stattfindet, die eine Heilung so viel schwerer macht
- was du in diesem Moment tatsächlich gebraucht hättest
- warum wir uns gegen Verletzungen oft viel zu spät zur Wehr setzen
- wie du in solchen Momenten endlich anfängst, hinter dir und nicht länger hinter deinem Gegenüber zu stehen
Alte Verletzungen heilen: So stärkst du dir selbst den Rücken
Wenn uns jemand verletzt, versuchen wir häufig, die andere Person zu verstehen. Vielleicht war sie gestresst, meinte es nicht böse oder hatte aus ihrer Sicht sogar recht. Wir suchen nach Erklärungen und versuchen, die Aussage zu relativieren. Dabei kann es passieren, dass wir die Perspektive unseres Gegenübers so sehr in den Mittelpunkt stellen, dass wir unsere eigene Verletzung nicht mehr ernst nehmen.
Doch um alte Verletzungen zu heilen, brauchen wir nicht noch mehr Verständnis für die andere Person. Wir dürfen lernen, auch unsere eigene Perspektive einzunehmen, unsere Gefühle anzuerkennen und uns selbst den Rücken zu stärken.
- Erlaube dir, verletzt und wütend zu sein
In einem ersten Schritt dürfen wir anerkennen, dass uns eine Aussage verletzt hat. Anstatt jetzt direkt wieder Erklärungen, warum der andere sich aber so verhalten hat, darüber zu legen: gib deinem Ärger einmal Raum. Du darfst verletzt sein. Du darfst traurig sein. Vor allem aber darfst du wütend sein, dass sich jemand entschieden hat, dich so zu verletzen. - Hinterfrage die vermeintliche Wahrheit der Verletzung
Oft fangen wir nach verletzenden Aussagen an, an uns zu zweifeln. Vielleicht hatte die andere Person doch recht und wir sind zu empfindlich? Vielleicht stimmt es ja und unser Job ist mehr Hobby als tatsächlich nützlich? Und vielleicht ist unsere Frisur wirklich hässlich…
Und dann versuchen wir oft, die Perspektive des anderen einzunehmen: warum könnte er oder sie zu diesem Schluss gekommen sein? Wir suchen also den Funken Wahrheit aus deren Perspektive. Doch was wäre, wenn es darum gar nicht geht? Es ist doch egal, ob die andere Person einen nachvollziehbaren Grund hatte, deine Frisur hässlich zu finden. Viel wichtiger ist doch, ob DU sie hässlich findest oder gefunden hast, bevor du dich hast verunsichern lassen.
Vielleicht sollten wir aufhören, noch länger die Wahrheit in den Aussagen des anderen zu suchen und sie endlich wieder in uns selbst finden. - Erkenne an, was die Verletzung in dir ausgelöst hat
Normalerweise versuchen wir, unangenehme Gefühle möglichst schnell loszuwerden. Wir reden uns ein, dass die andere Person es nicht böse gemeint hat, oder erwarten von uns selbst, dass wir längst darüber hinweg sein müssten.
Unsere Gefühle lassen sich aber nicht allein dadurch auflösen, dass wir sie wegdrücken. Vielleicht ist jetzt der Moment gekommen, sie einmal zuzulassen und dich zu fragen, was du in diesem Moment tatsächlich gebraucht hättest. Was hätte die Version von dir, die du damals warst, hören müssen? Was hätte eine beste Freundin ihr sagen können, um diese Emotionen mit ihr zu tragen und nicht von ihr zu erwarten, sie einfach zu verstecken und runterzuschlucken? - Verstehe den psychologischen Mechanismus hinter der Verletzung
Verletzende Aussagen können unterschiedliche Ursachen haben. Vielleicht lässt jemand seinen Stress an anderen aus, möchte die Oberhand behalten, kann schlecht mit Kritik umgehen oder hat Schwierigkeiten, sich in andere Menschen hineinzuversetzen.
Wenn wir diese Ursachen erkennen, können wir endlich verstehen, wie wenig diese Verletzung eigentlich mit uns zu tun hatte. Viel zu oft tragen wir jahrelang verletzende Bemerkungen in Form von Selbstzweifeln durch unser Leben, die ursprünglich nur zum Stressabbau der anderen Person gedacht waren und wir waren einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort.
Dieses Wissen macht sie nicht weniger verletzend, soll die Verletzung auch auf keinen Fall entschuldigen – nimmt ihr aber oft die Macht, unseren Selbstwert noch länger kleinzureden. - Finde zurück in deine innere Stärke
Und weil auch in Zukunft immer wieder Verletzungen entstehen können, hilft es sehr, wenn wir wissen, wie wir darauf reagieren wollen. Welcher Satz uns helfen kann, hinter uns und unseren Gefühlen zu stehen und eine Grenze zu setzen, wenn es für uns zu weit geht.
„Deine Aussage verletzt mich. Ich wünsche mir, dass wir anders miteinander sprechen.“
Vielleicht kann ein solcher Satz so oder so ähnlich oder auch ganz anders für dich aussehen. Wenn wir allerdings eine für uns passende Bemerkung „in der Hosentasche“ haben, fällt es uns oft so viel leichter, sie dann auch tatsächlich auszusprechen, wenn wir sie brauchen.
Häufige Fragen, um alte Verletzungen zu heilen
Verletzende Aussagen können unser Selbstbild, unser Sicherheitsgefühl und unsere Gedanken über uns selbst beeinflussen. Wenn wir die Aussage immer wieder hinterfragen, uns selbst die Schuld geben oder unsere Gefühle unterdrücken, kann sie uns lange beschäftigen. Es kann helfen, die eigenen Gefühle ernst zu nehmen und die vermeintliche Wahrheit hinter der Aussage kritisch zu prüfen.
Ein erster Schritt besteht darin, die Verletzung nicht länger kleinzureden. Erlaube dir, deine Gefühle wahrzunehmen, betrachte die Situation aus deiner eigenen Perspektive und frage dich, welche Unterstützung du damals gebraucht hättest. Es kann außerdem hilfreich sein, die möglichen Gründe für das Verhalten der anderen Person einzuordnen, ohne daraus eine Rechtfertigung abzuleiten.
Du darfst zunächst wahrnehmen, was die Aussage in dir auslöst, anstatt sofort nach einer Erklärung zu suchen. Wenn du dich bereit fühlst, kannst du deinem Gegenüber mitteilen, wie die Aussage bei dir angekommen ist und welchen Umgang du dir künftig wünschst. Du kannst empathisch bleiben und trotzdem eine klare Grenze setzen und damit für dich sorgen.
Frage dich, welche Schlussfolgerung du aus der verletzenden Aussage über dich selbst gezogen hast. Oft übernehmen wir dabei einfach die Perspektive und die Sichtweise der anderen Person. Wie hast du auf diese Eigenschaft oder auf dich geblickt, bevor diese verletzende Bemerkung kam? Wer verletzt, hat nicht automatisch recht. Du musst nicht jede negative Bewertung zu deiner eigenen machen.
Dein nächster Schritt
Manche Verletzungen wirken nicht nur kurzfristig, sondern prägen unsere Gedanken, Beziehungen und Verhaltensmuster über Jahre hinweg. In unserer psychologischen Lebensanalyse schauen wir gemeinsam darauf, welche prägenden Erlebnisse und alten Muster dein Leben heute noch beeinflussen und wie wir diese Verkettungen auflösen können, um dein Leben leichter, erfüllter und so viel glücklicher zu gestalten.
Wenn du dir dabei professionelle Unterstützung wünschst, erfährst du hier mehr über unsere Psychologische Lebensanalyse 🙌
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