Du sprichst eigentlich ganz freundlich und entspannt an, dass dein Partner den Müll nicht rausgebracht hat. Und keine Minute später diskutiert ihr plötzlich über deinen „zickigen Tonfall“, deine Unordnung im Kleiderschrank oder Fehler, die du vor vier Wochen gemacht hast.
Der eigentliche Punkt ist vergessen, dein Gegenüber redet dich in Grund und Boden – und am Ende entschuldigst du dich, obwohl er den Müll nicht rausgebracht hat. Du fühlst dich manipuliert und nicht gehört. In dieser Folge zeigen wir dir, wie du dieses Spiel durchschaust, warum du dich nicht mehr rechtfertigen solltest und wie du das Gespräch souverän zurück zum eigentlichen Thema lenkst.
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Das erfährst du in dieser Folge
- Warum dein Partner sofort „den Spieß umdreht“ und ablenkt, wenn du Kritik äußerst.
- Was es mit „Hauptschauplätzen“ und „Nebenschauplätzen“ auf sich hat.
- Warum Erklärungen und Argumente dich nur tiefer in die „Rechtfertigungsfalle“ treiben.
- Die 3-Schritte-Methode, um das Gespräch wieder auf dein Thema zu lenken.
- Wie du zufrieden aus dem Gespräch gehen kannst, auch wenn der andere (noch) keine Einsicht zeigt.
Raus aus der Rechtfertigungsfalle: So bleibst du beim Thema
Psychologisch gesehen passiert in diesen Momenten Folgendes: Wenn du ein Problem ansprichst, eröffnest du einen „Hauptschauplatz“. Dein Partner fühlt sich auf dieser Bühne unwohl. Also eröffnet er einen „Nebenschauplatz“, um von sich abzulenken.
Das Problem? Sobald du auf seinen Vorwurf eingehst – und sei es nur, um ihn zu widerlegen – hast du deine Bühne verlassen. Du bist in die Falle getappt.
Diese 3 Schritte helfen dir in solchen Gesprächen:
- Lass die Taue los (Nicht mehr rechtfertigen)
Dein Partner wirft dir bildlich gesprochen ein Tau zu („Dein Schrank ist auch unordentlich!“), um dich in ein Tauziehen zu verwickeln. Deine wichtigste Aufgabe ist hier: Nimm dieses Angebot nicht an. Rechtfertige dich nicht. Sag stattdessen wertschätzend aber bestimmt: „Ich höre dich und wir können da gerne später drüber reden. Aber jetzt möchte ich erst dieses Thema klären.“. Bleib auf deinem Hauptschauplatz. - Aktiviere den Team-Modus
Oft sind wir in solchen Diskussionen im „Gegner-Modus“. Mach es deinem Partner leicht, aus der Diskussion in ein echtes Gespräch einzusteigen, indem du statt „Ich gegen dich“ signalisierst: „Hey, wir sind ein Team gegen das Problem.“. - Setze den inneren Haken
Hör auf, dich abzuarbeiten, bis der andere endlich einlenkt und alles einsieht. Das passiert im Streit fast nie. Wenn du dein Thema klar gemacht hast, setze innerlich einen grünen Haken. Du hast das Gespräch erfolgreich geführt – unabhängig von der sofortigen Reaktion deines Partners.
Häufige Fragen zum Thema „Nicht mehr rechtfertigen & Schuldumkehr“
Das ist meist eine Abwehrreaktion. Dein Partner fühlt sich auf der „Bühne“ deiner Kritik unwohl und unterlegen. Indem er einen Nebenschauplatz eröffnet (z. B. alte Vorwürfe gegen dich), versucht er, die Kontrolle zurückzugewinnen und von dem unangenehmen Thema abzulenken.
Das ist ein klassisches „Tau“, das er dir zuwirft. Wenn du darauf eingehst („Bin ich gar nicht!“), bist du schon in der Rechtfertigungsfalle. Besser: „Das mag deine Wahrnehmung sein, darüber können wir später reden. Jetzt geht es mir aber um …“.
Manchmal hilft alles nichts und ihr dreht euch im Kreis. Dann ist es absolut in Ordnung, das Gespräch zu beenden. Wichtig ist, dass du nicht mit dem Gefühl gehst, versagt zu haben, sondern stolz bist, dass du im Gespräch bei dir geblieben bist.
Nein, im Gegenteil. Dich nicht mehr zu rechtfertigen heißt nicht, nichts zu sagen. Es heißt, dass du dich nicht mehr vom Wesentlichen abbringen lässt. Du nimmst die Ablenkungsmanöver nicht an, sondern bestehst darauf, dass dein ursprüngliches Anliegen gehört wird. Und damit stärkst du dir den Rücken.
Dein nächster Schritt
Merkst du, dass du in deiner Beziehung immer wieder in diesen Mustern feststeckst? Dass du dich oft nicht gesehen fühlst oder am Ende diejenige bist, die sich entschuldigt, obwohl sie eigentlich ein berechtigtes Anliegen hatte? Wenn du dir Unterstützung wünschst, um diese Dynamiken ein für alle Mal aufzulösen, dann lass uns das gemeinsam angehen.
Komm gerne in unser Psychologisches Mentoring, wo wir uns deine Situation ganz persönlich anschauen und auflösen können.
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