Vielleicht nimmst du dir immer wieder vor, beim nächsten Mal ruhig zu bleiben und für dich einzustehen und ärgerst dich hinterher trotzdem, dass du dich doch hast provozieren lassen, wieder nachgegeben hast oder einfach nicht die richtigen Worte gefunden hast.
In dieser Folge von ziemlichglücklich findest du heraus, welche vier typischen Fallen dich daran hindern, souverän zu reagieren.
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Du erfährst in dieser Folge
- was du tun kannst, wenn du einfach keine „souveräne Person“ bist
- wie du für dich sorgst, wenn dir erst viel zu spät die „richtige“ Antwort einfällt
- wie du reagierst, wenn dein Gegenüber deine Grenzen nicht verstehen oder sich verändern will
- was du tun kannst, wenn du die schlechte Stimmung nach einer Grenze nicht aushältst
Warum es dir schwerfällt, souverän zu reagieren: Die 4 Fallen
Souverän zu reagieren bedeutet nicht, in jeder Situation die perfekten Worte zu finden, immer ruhig zu bleiben oder andere Menschen mit einer schlagfertigen Antwort in ihre Schranken zu weisen. Wahre Souveränität zeigt sich vielmehr darin, dass du bei dir bleiben, deine Bedürfnisse ernst nehmen und für dich einstehen kannst. Und das eben auch und gerade dann, wenn ein Gespräch schwierig wird.
Dabei stehen wir uns häufig selbst im Weg. Wir setzen uns unter Druck, bestimmte Erwartungen erfüllen zu müssen, und verlieren dadurch genau das aus dem Blick, was uns eigentlich helfen würde: unsere eigenen Stärken, Bedürfnisse und Grenzen. In dieser Folge schauen wir uns vier typische Fallen an, in die du in schwierigen Gesprächen tappen kannst.
- Die Rollen-Falle: Du glaubst, anders sein zu müssen
Vielleicht bist du ein emotionaler Mensch und ärgerst dich darüber, dass dich bestimmte Aussagen schnell verletzen oder provozieren. Oder du bist eher schüchtern und wünschst dir, in schwierigen Situationen schlagfertiger zu sein.
Wenn du glaubst, dass du deine Persönlichkeit verstecken musst, um souverän zu wirken, setzt du dich unnötig unter Druck. Dabei können gerade deine vermeintlichen Schwächen wertvolle Stärken sein: Emotionale Menschen können beispielsweise häufig gut benennen, was in ihnen vorgeht. Zurückhaltende Menschen können sich leichter aus einer aufgeheizten Situation herausnehmen und erst einmal beobachten. Du musst also nicht jemand anderes werden, um souverän zu reagieren.
Was wäre, wenn genau die Persönlichkeitseigenschaften, die dich bisher gestört haben, eigentlich deine Stärke sind, um in diesen Momenten nicht Teil von Machtspielen zu werden und gleichzeitig gut für dich zu sorgen? - Die Timing-Falle: Du glaubst, sofort reagieren zu müssen
Jemand achtet deine Grenzen nicht, macht eine unangemessene Bemerkung oder überträgt dir ungefragt eine Aufgabe. Im ersten Moment bist du vielleicht überrumpelt, sagst nichts oder stimmst sogar zu. Erst später wird dir dann klar, wie sehr dich die Situation eigentlich gestört hat. Und dann ärgerst du dich vielleicht, dass du nicht direkt „richtig“ reagiert hast.
Dabei musst du für eine souveräne Reaktion nicht sofort wissen, was du sagen möchtest. Du darfst dir die Zeit nehmen, über eine solche Situation nachzudenken und später noch einmal auf die Person zurückzukommen. Du kannst erklären, was für dich nicht gepasst hat, deine Grenze auch erst später kommunizieren oder für kommende Situationen eine klare Vereinbarung treffen. Entscheidend ist nicht, dass du im ersten Moment alles richtig machst, sondern dass du dich überhaupt entscheidest, für dich einzustehen. - Die Marionetten-Falle: Du versuchst, andere zu verändern
Vielleicht kennst du das: Jemand verhält sich dir gegenüber respektlos und du möchtest unbedingt erreichen, dass die Person endlich versteht, warum ihr Verhalten nicht in Ordnung war. Du suchst nach den richtigen Worten, erklärst dich immer wieder und hoffst, dass sich dadurch etwas verändert. Dadurch richtet sich dein gesamter Fokus und deine Energie auf dein Gegenüber: Was muss ich sagen oder tun, damit der Andere mich versteht und sich endlich anders verhält?
Souveräner können wir aber nur dann reagieren, wenn wir den Fokus bei uns haben – also unsere Bedürfnisse und Grenzen klar kommunizieren und dann nur beobachten, wie unser Gegenüber damit umgeht. Respektiert der Andere meine Grenzen? Achtet er meine Bedürfnisse? Oder passen meine Erwartungen gar nicht zum Verhalten von deinem Gegenüber?
Du bist in solchen Gesprächen dafür verantwortlich, deine Bedürfnisse ernst zu nehmen und deine Grenzen zu kommunizieren. Du bist aber nicht allein dafür verantwortlich, dass dein Gegenüber sie versteht, akzeptiert oder sein Verhalten verändert. Und das sollte auch nicht zwingend das Ziel in Gesprächen sein, weil es einfach überhaupt nicht in unserer Kontrolle liegt. - Die Harmonie-Falle: Du willst für dich einstehen, ohne dass es unangenehm wird
Du sprichst etwas an, das dich verletzt oder gestört hat. Aber wenn als Reaktion nicht Verständnis, sondern beleidigte Vorwürfe und Abwehr kommt, hören wir oft plötzlich auf, hinter uns zu stehen. Wir relativieren, was wir gerade gesagt haben, machen uns innerlich selbst Vorwürfe, wie wir die gute Stimmung so aufs Spiel setzen konnten.
Doch wenn wir souverän werden, werden wir auch unbequem. Wir setzen Grenzen, wir sagen „Nein“, wenn wir es auch so meinen und sprechen an, was für uns nicht passt. Und das sorgt oft für Ablehnung oder schlechte Stimmung bei unserem Gegenüber.
Um danach nicht jedes Mal ins Entschuldigen zu verfallen, kannst du deinem System antrainieren, schlechte Stimmung Stück für Stück besser auszuhalten. Und dann kannst du auch viel entspannter für dich sorgen.
Häufige Fragen zum Thema „souverän reagieren“
Der erste Schritt ist, den Druck herauszunehmen, sofort die perfekte Antwort finden zu müssen. Überlege dir stattdessen, was dich an einer Situation stört, welche Bedürfnisse dahinterstehen und welche Grenze du kommunizieren möchtest. Du kannst dir Zeit nehmen, eine Reaktion vorbereiten und das Gespräch später noch einmal aufgreifen. Mit der Zeit lernst du, dich weniger von der Situation und den Reaktionen anderer bestimmen zu lassen.
Versuche zunächst wahrzunehmen, was die Aussage in dir auslöst, ohne sofort reagieren zu müssen. Du kannst eine kurze Pause machen, die Situation beobachten oder das Gespräch unterbrechen. Du kannst auch das Gefühl benennen, das gerade in dir entsteht. Anschließend kannst du entscheiden, ob und wie du reagieren möchtest. Du musst nicht jede Provokation aufgreifen und nicht jede Diskussion gewinnen, um souverän zu sein. Oft sind Provokationen auch eine Einladung zu Kommunikationsspielen, die wir überhaupt nicht spielen wollen.
Du kannst deine Grenzen freundlich, klar und konkret formulieren. Erkläre beispielsweise, was für dich nicht passt und was du dir stattdessen wünschst. Wichtig ist allerdings: Du kannst noch so respektvoll kommunizieren, aber trotzdem nicht garantieren, dass dein Gegenüber positiv reagiert. Eine Grenze ist nicht automatisch falsch, nur weil dein Gegenüber enttäuscht oder verärgert ist.
Dann kannst du auch mit innerer Souveränität starten: wie möchtest du dich fühlen, wie möchtest du über dich und die andere Person denken? Wenn du Veränderungen in deinem Inneren schaffst, hat das im Außen keine Nachteile für dich, aber viele emotionale Vorteile. Und dann kannst du vorsichtig ausprobieren, wie viel äußere Souveränität möglich ist – vielleicht sind es Urlaute, vielleicht überhörst du auch manche Provokation. Du musst nicht immer aggressiv kontern, um dich souverän zu fühlen. Viel öfter sind es genau die kleinen Veränderungen, die einen so großen Unterschied machen.
Dein nächster Schritt
Du möchtest in schwierigen Gesprächen endlich souveräner reagieren, dich nicht mehr so leicht verunsichern lassen und vor allem die richtigen Entgegnungen haben, wenn jemand deine Grenzen überschreitet? In unserem Psychologischen Mentoring unterstützen wir dich sehr gerne dabei. Meld dich einfach bei uns – wir freuen uns, wenn wir dich unterstützen können ♥️
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