… statt Teamgefühl gibt es auf der Arbeit vor allem Stress, Frust oder Angst vor der nächsten Eskalation? In einem toxischen Arbeitsumfeld kann es passieren, dass du irgendwann selbst nicht mehr weißt: Liegt es wirklich an meinem Arbeitsplatz – oder bin ich einfach zu empfindlich?
In dieser Folge decken wir drei psychologische Fallen auf, die wir in einem schwierigen Arbeitsumfeld besonders oft erleben. Wir besprechen, wie wichtig dein innerer Kompass ist, wie du Grenzen setzt, die wirklich funktionieren und wie du verhinderst, dass der Stress aus deinem Job immer weiter in dein Privatleben hineinwächst.
🎧 Jetzt anhören & abonnieren auf Youtube, Spotify und allen anderen Podcast-Plattformen
Das erfährst du in dieser Folge
- warum du durch ein schwieriges Arbeitsumfeld irgendwann anfängst, an dir selbst zu zweifeln
- was hinter der Kompassfalle steckt und wie du deinen eigenen Werten treu bleiben kannst
- warum deine Grenzen bisher nicht funktioniert haben und was du ändern kannst
- warum du die Emotionen aus deiner Arbeit mit nach Hause nimmst und wie du deinen „emotionalen Rucksack“ wieder leerst
- woran du erkennst, ob du kündigen sollst oder bleiben kannst
Die 3 Fallen in einem toxischen Arbeitsumfeld
Ein toxisches oder dauerhaft schwieriges Arbeitsumfeld kann uns auf ganz unterschiedliche Weise belasten. Oft beginnen wir irgendwann damit, uns selbst zu hinterfragen: Bin ich zu empfindlich? Kann ich mich einfach nur nicht durchsetzen? Müsste ich einfach ein dickeres Fell haben?
Doch oft liegt das Problem nicht in uns, sondern in dem Umfeld, in dem wir uns jeden Tag bewegen.
- Die Kompassfalle 🧭
Wir alle haben einen inneren Kompass: Werte, Normen und Vorstellungen davon, wie wir andere behandeln und selbst behandelt werden wollen. In einem schwierigen Arbeitsumfeld können sich diese Werte allerdings immer weiter verschieben. Lästern wird plötzlich normal, Druck wird von oben nach unten weitergegeben und Verhalten, das wir im Privaten nie leben würden, wird zur alltäglichen Teamkultur.
Wenn uns das Umfeld fast zwingt, uns ähnlich zu verhalten, macht das etwas mit uns. Es stresst uns, wenn wir beständig gegen unsere eigenen Werte handeln müssen. Du musst dich aber nicht unbedingt gegen das ganze Team stellen. Fang einfach an, dir wieder bewusst zu machen, wie DU dich eigentlich in den Situationen verhalten möchtest und nimm hier deiner Werte Stück für Stück wieder ernst und wichtig ❤️ - Die Veränderungsfalle 📌
Wenn wir merken, dass unser Arbeitsumfeld nicht gut funktioniert, möchten wir es verständlicherweise verändern. Wir sprechen Probleme an, versuchen mit gutem Beispiel voranzugehen und wünschen uns, dass sich die anderen endlich auch anders verhalten.
Und – oh Wunder – das klappt fast nie. Auch unsere Grenzen werden nicht geachtet und letztendlich gehen wir frustriert und ausgebrannt nach Hause. Dabei liegt das Problem hier oft nur daran: unser Erfolg hängt davon ab, ob sich das Verhalten der anderen Personen ändert – das können wir aber nicht kontrollieren. Fang an, Grenzen zu setzen, für deren Einhaltung du niemand anderen brauchst. Aus „Ich möchte nicht mehr, dass du mich so anschreist“ wird dann ein „Für mich passt der Tonfall nicht. Ich möchte unser Gespräch hier beenden. Wir können gerne später noch einmal ruhiger miteinander sprechen.“ - Die Rucksackfalle 🎒
Eine der belastendsten Dinge in einem toxischen Arbeitsumfeld ist oft gar nicht die Arbeitszeit selbst, sondern die Tatsache, dass sich die negativen Emotionen Stück für Stück in unseren Feierabend schleichen. Die Sorgen, der Frust, die Angst – all das sitzt dann mit am Abendbrottisch und auf der Couch. Und plötzlich kannst du nicht mehr abschalten und auftanken.
Deshalb ist ein kleines Feierabend-Ritual, eine „Schleuse“ zwischen Arbeit und Privatleben so wichtig, um all die negativen Emotionen, die sich in unserem emotionalen Rucksack ansammeln, wieder ablegen zu können. Viele dieser Emotionen waren nicht mal deine, du hast sie nur noch emotionale Ansteckung bekommen. Gib sie innerlich an die Personen zurück, denen sie gehören und dein eigener Rucksack wird wieder so viel leichter 😊
Häufige Fragen zum Thema „toxisches Arbeitsumfeld“
Ein schwieriges Arbeitsumfeld kann sich beispielsweise durch dauerhaft hohen Druck, respektloses Verhalten, Lästern, Schuldzuweisungen, Angst oder eine belastende Teamkultur zeigen. Entscheidend ist auch, wie stark dich diese Dynamiken persönlich belasten und ob sie bereits Auswirkungen auf dein Privatleben oder deine Gesundheit haben.
Du kannst zunächst darauf schauen, was tatsächlich in deinem Einflussbereich liegt. Dazu gehören beispielsweise dein eigenes Verhalten, deine Reaktionen und deine Grenzen. Du musst nicht darauf warten, dass andere Menschen ihr Verhalten verändern, um besser für dich sorgen zu können.
Ein bewusstes Feierabendritual kann dir dabei helfen, zwischen deinem Arbeitsalltag und deinem Privatleben eine „Schleuse“ einzubauen. Du kannst dabei noch einmal bewusst prüfen: Was beschäftigt mich gerade? Was davon kann ich heute lösen – und was darf bis morgen warten?
Nicht jedes schwierige Arbeitsumfeld bedeutet automatisch, dass du sofort gehen musst. Es kann sinnvoll sein, zunächst Grenzen zu setzen, Unterstützung zu suchen oder zu beobachten, ob sich innerhalb des Systems etwas verändern lässt. Wenn du allerdings merkst, dass deine Gesundheit oder dein Privatleben bereits stark darunter leiden und das System kein Interesse an positiven Veränderungen hat, kann es so sehr helfen, auch einen Jobwechsel in Betracht zu ziehen.
Dein nächster Schritt
Du kannst auch in einem schwierigen Arbeitsumfeld für dich sorgen und Grenzen setzen. In unserem Psychologischen Mentoring lösen wir gemeinsam die Dynamiken auf, die dich momentan belasten, sodass du wieder viel mehr Ruhe, Klarheit und Energie in deinem (Arbeits-)Alltag erlebst.
Und abonniere sehr gerne unseren Newsletter, um regelmäßig neue Folgen, Impulse und psychologische Übungen direkt in dein Postfach zu bekommen.
📩 Jetzt eintragen