Wir alle kennen es, dass wir oft viel zu lange in Beziehungen bleiben, die uns nicht guttun. Woran das genau liegt, besprechen wir in dieser Folge von ziemlichglücklich. Toxische Beziehungen und andere schwierige Kontakte haben oft bestimmte psychologische Dynamiken, die es uns schwer machen, zu gehen. Deshalb sprechen wir heute über die 5 Gründe, die dich in diesen schwierigen Beziehungen halten. Wenn du sie kennst, kannst du viel freier entscheiden, wie viel deiner Zeit du mit welchen Personen verbringen möchtest.
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Das erfährst du in dieser Folge
- Warum du den Fehler oft viel zu lange bei dir suchst
- Wie du mit deiner Angst umgehen kannst, eine Trennung nicht zu schaffen
- Welche Frage du dir stellen kannst, wenn du die „Sunk Cost Fallacy“ verhindern möchtest
- Warum deine Empathie in schwierigen Beziehungen ein Problem werden kann
- Warum du irgendwann den Maßstab dafür verlierst, welches Verhalten noch in Ordnung ist und welches nicht
Warum wir in schwierigen Beziehungen bleiben
Von außen betrachtet scheint die Lösung manchmal ganz einfach: Wenn dir eine Beziehung nicht guttut, solltest du sie beenden oder zumindest etwas verändern. Doch wenn wir selbst betroffen sind, ist die Situation häufig viel komplizierter. Schließlich gibt es oft auch schöne Erinnerungen, gemeinsame Erlebnisse und Eigenschaften, die wir an unserem Gegenüber schätzen.
Und trotzdem passen unsere Bedürfnisse, Werte oder persönlichen Grenzen oft einfach nicht zu denen des anderen Menschen. Warum wir trotzdem oft lange in toxischen oder auch nur für uns schwierigen Beziehungen bleiben, kann uns die Psychologie gut erklären. Deshalb besprechen wir in dieser Folge die 5 Gründe, warum du bleibst, obwohl dir eine Beziehung nicht guttut.
- Deine Grenzen verschieben sich
Schwierige Beziehungen beginnen nicht unbedingt mit verletzendem Verhalten. Oft ist zu Beginn vieles schön, und die ersten Grenzüberschreitungen erscheinen klein, nebensächlich oder lassen sich leicht erklären. Doch umso öfter deine Grenzen überschritten werden und umso klarer für dich wird, dass du dich mit einer anderen Person nicht wohlfühlst, desto mehr verschieben sich oft gleichzeitig die Normen. Dein Außen, also z.B. dein Partner oder deine Eltern signalisieren dir, dass du die Probleme falsch wahrnimmst. Du bist zu empfindlich, du steigerst dich in alles rein – in jeder Beziehung gibt es schließlich Probleme. Und weil auch du eine gute Beziehung zu deinen Eltern, deinem Partner oder deinen Freunden möchtest, fängst du an, deine eigenen Grenzen immer mehr zu verschieben und anzupassen. Anzupassen an das, was die Anderen offensichtlich für normal halten. Bis du irgendwann gar nicht mehr spürst, was deine eigentlichen Grenzen wären. - Du übernimmst die Verantwortung für die Veränderung
In gesunden Beziehungen suchen beide Seiten nach Lösungen, wenn Konflikte entstehen. Beide sind bereit, das eigene Verhalten zu reflektieren und gemeinsam etwas zu verändern.
Wenn du allerdings merkst, dass dein Gegenüber erst bereit ist, etwas zu verändern, wenn du ihm gut genug erklären konntest, dass überhaupt ein Problem besteht, dass das Problem tatsächlich bei ihm liegt und du bereits gute Strategien ausgearbeitet hast, wie er sein Verhalten unkompliziert verändern kann – dann hat sich hier etwas verschoben. Denn dann trägst du die Verantwortung dafür, ob sich eure Beziehung positiv weiterentwickelt zu 100%. Verändert wird nur, was du gut genug erklären konntest. Besprochen wird nur, was du gut genug begründen konntest. Und dann bleiben wir oft viel zu lange in diesen Beziehungen – schließlich müssen wir nur besser erklären, ruhiger kommunizieren und den anderen mehr dort abholen, wo er gerade ist. Dann wird sich alles zum Positiven ändern. Hoffentlich…. - Deine Empathie lässt dich verletzendes Verhalten verstehen
Empathie ist eine wundervolle Fähigkeit. Sie ermöglicht es uns, uns in andere Menschen hineinzuversetzen und zu verstehen, warum sie sich auf eine bestimmte Weise verhalten.
Vielleicht weißt du, dass dein Partner eine schwierige Kindheit hatte. Vielleicht erkennst du, dass deine Freundin aus großer Unsicherheit heraus handelt oder dass deine Eltern selbst nie gelernt haben, wertschätzend zu kommunizieren.
Dieses Verständnis kann helfen, das Verhalten eines anderen Menschen einzuordnen. Schwierig wird es allerdings in dem Moment, in dem du für jedes grenzüberschreitende Verhalten anderer die guten Gründe siehst und dich und deine Bedürfnisse dadurch außer Acht lässt. Auch wenn dein Gegenüber einen guten Grund für sein verletzendes Verhalten hat, musst du nicht alles aushalten und dich immer hintenanstellen. Verstehen muss nicht gleich Akzeptieren sein. - Du hast schon zu viel investiert
Ein weiterer psychologischer Mechanismus ist die sogenannte Sunk Cost Fallacy, auf Deutsch der „Trugschluss der versunkenen Kosten“.
Stell dir vor, du hast viel Geld für ein Essen ausgegeben, das dir überhaupt nicht schmeckt. Vielleicht isst du es trotzdem auf, weil du das Geld nicht verschwenden möchtest. Dabei ändert es nichts an deiner ursprünglichen Investition, ob du das Essen aufisst oder nicht.
Ähnlich kann es in Beziehungen sein. Du hast vielleicht jahrelang versucht, Probleme zu lösen, unzählige Gespräche geführt, an dir selbst gearbeitet und viel Zeit und Energie investiert. Der Gedanke, diese Beziehung nun aufzugeben, kann sich deshalb so anfühlen, als wäre all diese Mühe umsonst gewesen. Doch alles, was du bisher in diese Beziehung gesteckt hast, ist längst Vergangenheit. Lass nicht zu, dass du gar nicht mehr frei entscheidest, ob dir die Beziehung guttut, weil du Sorge hast, dich selbst zu hintergehen, wenn du jetzt plötzlich „alles hinwirfst“. - Du hast Angst vor dem, was kommt
Auch die Angst vor der Zukunft kann uns in schwierigen Beziehungen halten. Gerade weil wir hier oft sehen, wie viel zusätzliche Trauer, Einsamkeit, Konflikte und vielleicht auch Geldsorgen wir in unser Leben holen würden und wie viel Schönes und Vertrautes, das die Beziehung ja trotzdem bietet, wir loslassen würden. Und all das freiwillig. Obwohl wir vielleicht gerade sowieso schon emotional angeschlagen sind, weil diese Beziehung viel Kraft und Energie kostet.
Und dann macht die Angst vor einer Trennung sehr viel Sinn. Gleichzeitig übersehen wir vielleicht, wie viel Energie, Selbstvertrauen und Freiheit wir durch mehr Distanz oder einen Beziehungsabbruch zurückbekommen würden.
Niemand kann dir die Entscheidung abnehmen, ob du bestimmte Menschen in deinem Leben behalten möchtest und wie viel Lebenszeit du mit ihnen verbringen willst. Doch vielleicht geben dir diese Gründe erste Anhaltspunkte, ob du freiwillig bleiben möchtest oder nur nicht gemerkt hast, welche Überzeugungen dich viel zu lange in dieser Beziehung gehalten haben.
Häufige Fragen zu toxischen oder schwierigen Beziehungen
Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Vielleicht haben sich deine Grenzen mit der Zeit verschoben, du hoffst weiterhin auf eine Veränderung oder du übernimmst zu viel Verantwortung für das Verhalten deines Gegenübers. Auch Empathie, vergangene Investitionen und die Angst vor dem Danach können eine Rolle spielen. Welche Mechanismen bei dir wirken, hängt von deiner individuellen Situation ab.
Ein möglicher Hinweis ist, dass du dich nach dem Kontakt mit einer Person regelmäßig erschöpft, verletzt oder verunsichert fühlst. Vielleicht hast du zunehmend das Gefühl, dich rechtfertigen zu müssen, deine Bedürfnisse zurückzustellen oder besonders vorsichtig sein zu müssen, um Konflikte zu vermeiden. Einzelne schwierige Situationen bedeuten nicht automatisch, dass eine Beziehung grundsätzlich schlecht ist. Entscheidend ist auch, ob Probleme angesprochen werden können und beide Seiten bereit sind, an einer Verbesserung zu arbeiten.
Nicht jede schwierige Beziehung ist automatisch toxisch, und nicht jede belastende Situation erfordert dieselbe Entscheidung. Manchmal können offene Gespräche, klare Grenzen und gemeinsame Veränderungen helfen. Wenn sich verletzendes Verhalten jedoch wiederholt und dein Gegenüber keine Bereitschaft zeigt, etwas zu verändern, kann es sinnvoll sein, mehr Abstand zu schaffen oder die Beziehung zu beenden. Welche Entscheidung für dich richtig ist, hängt von deiner individuellen Situation ab.
Ein erster Schritt ist, deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen wieder bewusster wahrzunehmen. Frage dich, was dir in der Beziehung fehlt, welche Verhaltensweisen dich belasten und was du dir für die Zukunft wünschst. Hilfreich kann auch sein, dir vorzustellen, wie du entscheiden würdest, wenn du keine Angst vor den möglichen Folgen hättest.
Dein nächster Schritt: Verstehe deine Beziehungsmuster
Vielleicht erkennst du dich in einigen der beschriebenen Gründe wieder. Vielleicht stellst du auch fest, dass du immer wieder in Beziehungen gerätst, in denen deine Bedürfnisse zu kurz kommen oder du dich besonders anstrengen musst, um wertgeschätzt zu werden.
Doch warum passiert dir das eigentlich immer wieder? In unserer Psychologischen Lebensanalyse schauen wir gemeinsam auf deine individuelle Lebensgeschichte und finden heraus, welche alten Überzeugungen, Erfahrungen und Verhaltensmuster bei dir dahinterstecken – und wie du sie endlich auflösen kannst 🙌
Du musst nicht alles alleine schaffen. Wenn du dir wünschst, deine Beziehungsmuster besser zu verstehen und neue Wege für ein Leben mit mehr Wertschätzung, innerer Sicherheit und Zufriedenheit zu entdecken, begleiten wir dich sehr gerne dabei ❤️
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