Du sorgst für dich, lässt dich nicht provozieren und setzt Grenzen, wo sie sich gut anfühlen. Klingt wie ein Wunschtraum, oder? Vielleicht nur, weil wir bei schwierigen Gesprächen viel zu oft einer bestimmten Vorstellung von Souveränität nachjagen, die letztendlich das Gegenteil erzeugt: wir setzen uns noch mehr unter Druck, reagieren beständig „falsch“ und fehloptimieren uns immer weiter. Lass uns in dieser Folge einmal die größten Mythen über Souveränität auflösen, sodass du in Zukunft stolz aus jedem Gespräch gehen kannst 😊
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Das erfährst du in dieser Folge
- Was du tun kannst, wenn du im Gespräch emotional wirst
- Warum Schlagfertigkeit überhaupt nicht wichtig ist
- Wie du deine Souveränität unbewusst sabotierst
- Wie du am elegantesten auf Angriffe reagierst
- Was die beste Reaktion auf den Frust deines Gegenübers ist
Die 4 größten Denkfehler in schwierigen Gesprächen
Das größte Problem ist meistens gar nicht das Gespräch an sich, sondern unsere Idee davon, wie wir uns verhalten müssten, um souverän zu wirken. Und genau das stellen wir jetzt einmal auf den Kopf:
- Ich sollte mich durchsetzen können
Schließlich können wir ja erst überzeugen und die „richtige Richtung“ im Gespräch herbeiführen, wenn unser Gegenüber endlich versteht, wie wir etwas meinen, warum wir so reagiert haben und warum er falsch liegt. Doch damit machen wir uns und unsere souveräne Reaktion ja völlig abhängig von der anderen Person und ob sie gerade Interesse hat, einzulenken, zuzuhören, zu verstehen… Eigentlich ziemlich unnötig, oder? Anstatt dich also in Zukunft länger unter Druck zu setzen, die perfekten Argumente zu liefern, um dich durchzusetzen, sagst du einfach, was dir wichtig ist und lässt die andere Person frei entscheiden, ob sie ein konstruktives Gespräch möchte oder nicht. Das ist nicht deine Baustelle und absolut nicht deine Verantwortung. - Ich darf nicht emotional werden
Doch, darfst du. Das Problem sind nicht unsere Emotionen, sondern unsere Bewertung davon und dass wir uns im Gespräch dann völlig darauf konzentrieren, sie loszuwerden, zu überspielen und so bloß keine Schwäche zu zeigen. Doch damit machen wir einen Nebenschauplatz auf, der uns im Gespräch nur ablenkt. Deine Haltung zu deinen Emotionen entscheidet, ob du als emotionaler Mensch souverän reagieren kannst. Souveränität meint doch, mit allem, was ein Gespräch bringt, gut zurecht zu kommen. Deine Emotionen dürfen sein. Und wenn du sie trotzdem regulieren möchtest, erfährst du in der Folge auch dafür eine leichte Strategie. - Ich sollte jeden Angriff kontern können
Wenn das unser Ziel in Gesprächen ist, dann oft, um die andere Person zu beeindrucken. Das Spiel zu gewinnen, das gespielt wird. Aber wann bist du eigentlich souverän? Wenn du auf die andere Person souverän wirkst oder wenn du dich selbst in schwierigen Gesprächen souverän fühlst? Für uns ist es auf jeden Fall Zweiteres. Und dafür braucht es überhaupt nicht, das Spiel des anderen gut mitspielen zu können, sondern den Fokus völlig bei uns zu lassen. Vielleicht gibt es einen Satz, den du dir zurechtlegst, um entspannt auf Angriffe zu reagieren, ohne zurückzuschießen und dann direkt wieder zum eigentlichen Gesprächsthema zurückzukommen. - Ich sollte stolz und positiv aus jedem Gespräch herausgehen
Nein, das brauchst du nicht. Manche Gespräche sind anstrengend, voller negativer Emotionen und laufen einfach nicht so, wie sie sollen. Dann darfst du frustriert sein, dein Gegenüber genervt oder enttäuscht. Emotionen sind ansteckend und deshalb musst du nicht neutral-entspannt aus schwierigen Gesprächen gehen. Du kümmerst dich anschließend um deine Gefühle und dein Gegenüber ist für seine zuständig. Lass uns aufhören, ständig im Vorhinein abzufedern und lass uns gegenseitig zutrauen, Gefühle auszuhalten und auflösen zu können ❤️
Souveränität ist damit die Fähigkeit, immer weniger Kontrolle darüber zu brauchen, was dein Gegenüber sagt, fühlt und tut. Du bleibst bei dir und dem, was du tatsächlich beeinflussen kannst – deine Reaktion und wie es dir im Gespräch geht.
Häufige Fragen zum Thema „schwierige Gespräche“
Erinnere dich daran, dass deine Emotionen durch deine eigenen Gedanken über das Gegenüber entstehen, nicht direkt durch die Person selbst. Nimm innerlich eine Beobachterposition ein, betrachte die Situation distanzierter und erlaube dir, im Zweifel eine kurze Pause zu machen.
Du musst den Angriff nicht mit einem genialen Konter erwidern. Nimm den Druck raus und antworte stattdessen mit einem einfachen „Aha“ oder „Okay“. Das lässt den Angriff im Raum stehen und verrät letztendlich nur etwas über die Werte des anderen, nicht über dich.
Wahre Souveränität bedeutet, dich von der Idee des „Durchsetzens“ zu lösen, da du das Verhalten anderer nicht erzwingen kannst. Sag klar, was dir wichtig ist, aber mache dein Wohlbefinden nicht von der Zustimmung des anderen abhängig.
Wenn du merkst, dass du dich in immer mehr Rechtfertigungen verstrickst oder dein Gegenüber z.B. unfair wird und sich nicht mehr wertschätzend verhält. Es ist völlig souverän zu sagen, dass du das Gespräch an dieser Stelle beenden und eventuell später weiterführen möchtest.
Oft haben wir Sorge vor Ablehnung, Kritik oder Konflikten. Je mehr wir versuchen, das Verhalten anderer Menschen zu kontrollieren, desto größer wird unser innerer Druck. Souveränität entsteht, wenn wir diesen Wunsch nach Kontrolle immer mehr loslassen können.
Dein nächster Schritt
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