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Cholerischer Chef: So setzt du Grenzen, ohne deinen Job zu gefährden

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Dein Chef wird regelmäßig laut, macht dich vor anderen klein oder wirft mit Vorwürfen um sich?

Diese Momente mit einem cholerischen Chef überfordern nicht nur durch ihre Intensität, sondern führen auf Dauer oft dazu, dass du in einem Arbeitsklima aus Anspannung, Stress und Selbstzweifeln arbeitest und immer mehr Energie darauf verwendest, den nächsten Ausbruch zu verhindern.
Das Schwierige ist, dass du deinen Chef nicht einfach verändern kannst. Und vielleicht kannst oder möchtest du deinen Job auch nicht einfach kündigen. In dieser Folge zeigen wir dir deshalb, wie du dich psychologisch vor einem cholerischen Chef schützen, in akuten Situationen souveräner reagieren und gleichzeitig klare Grenzen setzen kannst – ohne deinen Job unnötig zu gefährden.

Kleiner Hinweis: In diesem Video haben wir einen cholerischen Chef als Beispiel gewählt. Natürlich funktionieren alle besprochenen Strategien genauso bei weiblichen cholerischen Führungskräften.

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  • warum du nicht versuchen solltest, die Emotionen deines Chefs zu regulieren
  • mit welchen Sätzen du freundlich, aber klar eine Grenze setzen kannst
  • wie du dich mit der Panzerglas-Methode innerlich vor einem cholerischen Chef schützt
  • wie die Gaffer-Methode dir helfen kann, emotional Abstand zu gewinnen

Wenn dein Chef plötzlich laut wird, dich angreift oder völlig eskaliert, entsteht eine enorme Stresssituation. Dein Körper und dein Gehirn reagieren darauf nicht unbedingt mit der souveränen Kommunikation, die du dir im Nachhinein wünschen würdest. Vielleicht fängst du an zu weinen, rechtfertigst dich, entschuldigst dich oder versuchst alles, um deinen Chef wieder zu beruhigen.

Und das bedeutet nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt.

Deine Reaktion ist meistens eine völlig normale Reaktion auf eine unnormale Situation.

Denn cholerische Ausbrüche spielen genau damit, dass die Emotion meistens so stark ist, dass wir automatisch angesteckt werden.
Da sich das oft sehr beängstigend anfühlt, wollen wir die Eskalation beenden. Also richten wir unsere Aufmerksamkeit immer stärker darauf, was wir tun können, damit er sich beruhigt. Du versuchst zu erklären, zu beschwichtigen, dich anzupassen oder in Zukunft alles richtig zu machen, damit es bloß nicht wieder passiert. Und hinterher verurteilst du dich auch dafür, weil es sich nicht „souverän“ anfühlt.#
Dein Verhalten ist verständlich und normal. Aber: Du kannst die Emotionen deines Chefs nicht regulieren. Er entscheidet selbst, ob er eskalieren wird oder nicht. Und das ist gut so, weil jetzt können wir uns darauf konzentrieren, dich in diesen Momenten zu unterstützen:

Bevor du auf einen cholerischen Chef reagierst, kannst du zunächst innerlich ein Panzerglas zwischen dich und die Situation ziehen und damit innerlich Abstand gewinnen.
Dabei geht es nicht darum, eine vielleicht berechtigte Kritik abzulehnen. Es geht darum, dich vor der Art und Weise zu schützen, wie diese Kritik vorgebracht wird.

Hilfreich können dabei innere Sätze sein wie:

  • „Sein Verhalten sagt nichts über mich oder meine Arbeit aus.“
  • „Diese Person versucht gerade, ihre Emotionen über mich zu regulieren.“
  • „Das, was hier passiert, ist sein Problem, nicht meins.“
  • „Ich kann und ich will diese Person nicht regulieren.“

Welcher Satz für dich funktioniert, ist individuell. Entscheidend ist, dass du einen Gedanken findest, der dir hilft, dich emotional nicht völlig in die Situation ziehen zu lassen.

Stell dir vor, du beobachtest die Situation wie ein Gaffer von außen: Du musst nichts lösen, nichts rechtfertigen und deinen Chef nicht von seiner „Palme“ herunterholen. Du nimmst wahr, dass er gerade sehr wütend ist – und lässt diese Emotion bei ihm.
Das kann bedeuten, dass du ruhig bleibst, nicht in eine Diskussion einsteigst und lediglich signalisierst, dass du wahrnimmst, was dein Chef sagt.‘
Wenn dein eigener Stresspegel zu hoch wird, darfst du dich auch kurz aus der Situation nehmen, durchatmen und anschließend wieder zurückkommen.

Manchmal möchtest du nicht nur innerlich Abstand gewinnen, sondern deinem cholerischen Chef auch klar zeigen, dass eine bestimmte Art der Kommunikation für dich nicht in Ordnung ist.

Dabei kannst du beispielsweise sagen: „Ich möchte so nicht behandelt werden. Ich komme gern später noch einmal auf Sie zu, dann können wir ruhiger miteinander sprechen.“
Oder: „Ich verstehe, dass Sie das sehr ärgert. Gleichzeitig passt die Art und Weise für mich überhaupt nicht, deshalb möchte ich das Gespräch hier gern pausieren.“

Du zeigst also, dass du merkst, dass dein Gegenüber gerade verärgert ist, ohne seine Art der Kommunikation akzeptieren zu müssen.
Wichtig ist dabei: Nicht jede Reaktion passt zu jeder beruflichen Situation. Gerade wenn du von deinem Arbeitsplatz und deinem Einkommen abhängig bist, solltest du darauf achten, welche Grenze sich für dich sicher und machbar anfühlt.

  1. Kenne deine persönliche Grenze
    Überlege dir in Ruhe: Ab wann ist es für mich nicht mehr einfach unangenehm, sondern ein Arbeitsklima, unter dem ich nicht mehr arbeiten möchte?
    Diese Grenze ist für jeden Menschen unterschiedlich. Wichtig ist, dass du sie für dich kennst.
  2. Schau dir das System an
    Wie geht das Unternehmen, in dem du arbeitest, mit Problemen und Feedback um?
    Gibt es Strukturen, über die du Unterstützung bekommen kannst? Ist das Unternehmen tatsächlich daran interessiert, Probleme zu erkennen und zu verändern?
    Oder wird jedes Problem so behandelt, als wäre nicht das Problem selbst das Problem, sondern die Person, die es anspricht? Diese Frage kann entscheidend dafür sein, ob du die Situation ansprechen wirst, wenn deine persönliche Grenze erreicht ist.
  3. Dokumentiere, was passiert
    Notiere nach diesen Eskalationen immer kurz:
    Was ist passiert? Worum ging es? Wie stark ist die Situation eskaliert? Wer war anwesend? Was genau war für dich besonders belastend?
    So bekommst du selbst mehr Klarheit und hast gleichzeitig konkrete Informationen, falls du später Unterstützung suchst oder die Situation offiziell ansprechen möchtest.
  4. Schaff dir Alternativen
    Du musst nicht sofort kündigen. Aber es kann unglaublich entlastend sein, zu wissen, dass du eine Wahl hast.
    Überlege, ob es innerhalb des Unternehmens andere Teams oder Positionen gibt, die infrage kommen. Oder schau dich nach Stellen außerhalb des Unternehmens um und knüpfe erste Kontakte. Nicht, weil du deinen Job unbedingt aufgeben musst – sondern weil du dich weniger ausgeliefert fühlst, wenn du weißt: Wenn meine persönliche Grenze erreicht ist, habe ich eine Möglichkeit zu gehen.
Was kann ich tun, wenn mein Chef ständig ausrastet?

Zunächst kannst du versuchen, innerlich Abstand zu gewinnen und dich daran zu erinnern, dass du nicht für die Emotionen deines Chefs verantwortlich bist. In der akuten Situation können die Panzerglas- und Gaffer-Methode helfen. Wenn du dich sicher genug fühlst, kannst du zusätzlich eine klare Grenze setzen und das Gespräch beispielsweise pausieren oder beenden.

Wie kann ich einem cholerischen Chef Grenzen setzen?

Eine Grenze muss nicht automatisch konfrontativ sein. Du kannst beispielsweise sagen: „Ich möchte so nicht behandelt werden. Ich komme gern später noch einmal auf Sie zu, dann können wir ruhiger miteinander sprechen.“ Wichtig ist, dass die gewählte Reaktion zu deiner konkreten Situation und deinem Sicherheitsgefühl passt.

Warum werde ich bei einem cholerischen Chef so emotional?

Eine cholerische Eskalation erzeugt eine starke Stresssituation. In solchen Momenten reagieren wir nicht immer so souverän, wie wir es uns im Nachhinein wünschen würden. Manche Menschen rechtfertigen sich, andere werden still oder beginnen zu weinen. Das bedeutet nicht, dass du schwach bist. Deine Reaktion kann eine normale Reaktion auf eine außergewöhnlich belastende Situation sein.

Muss ich kündigen, wenn mein Chef cholerisch ist?

Nein. Du musst nicht sofort kündigen. Gleichzeitig ist es wichtig, deine persönliche Grenze ernst zu nehmen und zu prüfen, welche Möglichkeiten du innerhalb und außerhalb des Unternehmens hast. Schon das Wissen, dass du eine Alternative hast, kann dir ein Stück Kontrolle zurückgeben.

Du musst dich nicht dauerhaft in einem Arbeitsumfeld gefangen fühlen, in dem deine Grenzen immer wieder überschritten werden. In unserem Psychologischen Mentoring unterstützen wir dich dabei, deine Situation zu verstehen und herauszufinden, welche Reaktionen, Grenzen und inneren Strategien für dich funktionieren. Damit du dich bei der Arbeit wieder sicherer, klarer und selbstbestimmter fühlen kannst.
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