Reicht es, wenn du selbstsicher auftrittst, deine Meinung sagst und einfach mehr an dich glaubst? Nicht unbedingt. Echtes Selbstbewusstsein beginnt nicht bei unserem Auftreten nach außen, sondern bei der Frage, wie wir über uns selbst denken und wie sicher wir uns fühlen, wir selbst sein zu dürfen.
In dieser Folge sprechen wir über 4 psychologische Regeln, nach denen selbstbewusste Menschen leben. Sie helfen dir dabei, weniger an dir zu zweifeln, deine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen, Grenzen zu setzen und auch dann zu dir zu stehen, wenn andere damit nicht einverstanden sind.
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Das erfährst du in dieser Folge
- Warum du nicht automatisch das Problem bist, wenn du dich in deinem Umfeld „falsch“ oder „zu viel“ fühlst
- Wie du aushalten kannst, dass andere enttäuscht oder wütend auf dich sind
- Warum eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen nichts mit Egoismus zu tun hat
- Welche Personen in deinem Umfeld den größten Einfluss auf dein Selbstbewusstsein haben
- Welche Überzeugung aus der Kindheit unser Selbstbewusstsein oft schwächt
4 psychologische Regeln für mehr Selbstbewusstsein
Selbstbewusstsein entsteht nicht dadurch, dass wir lernen, möglichst souverän zu wirken. Viel wichtiger ist, welche Überzeugungen wir über uns selbst haben und wie wir mit den Reaktionen anderer Menschen umgehen.
- Meine wahre Natur ist richtig
Viele von uns haben früh gelernt, dass bestimmte Seiten ihrer Persönlichkeit „falsch“ sind. Vielleicht sind wir emotionaler, ruhiger, lauter oder komplizierter als die Menschen um uns herum – und beginnen deshalb, uns anzupassen.
Selbstbewusste Menschen stellen sich in solchen Situationen eine andere Frage: Was wäre, wenn ich hier gar nicht das Problem bin?
Das bedeutet nicht, dass wir niemals etwas an uns verändern oder uns weiterentwickeln. Der Unterschied liegt darin, warum wir uns verändern: nicht aus Selbstablehnung oder weil wir besser ins Umfeld passen wollen, sondern weil wir uns selbst weiterentwickeln und glücklicher werden möchten. - Ich darf Fehler machen und andere enttäuschen
Eine Grenze zu setzen oder Nein zu sagen, fällt uns oft gar nicht so schwer – solange das Gegenüber verständnisvoll ist. Schwieriger wird es, wenn jemand wütend, enttäuscht oder empört darauf reagiert.
Selbstbewusste Menschen erleben diese Reaktionen genauso. Sie haben nur gelernt, sie auszuhalten. Auch für sie fühlt es sich kurzfristig unangenehm an – sie wissen aber, dass ihnen nichts passieren wird.
Diese Fähigkeit kann man trainieren. Indem wir uns Schritt für Schritt Situationen aussetzen, in denen andere nicht begeistert von unseren Entscheidungen sind, können wir die damit verbundene innere Anspannung reduzieren und neue Erfahrungen sammeln. - Ich sorge zuerst für mich und dann für andere
Das klingt doch ziemlich egoistisch, oder? Doch zwischen Selbstfürsorge und Egoismus gibt es einen entscheidenden Unterschied.
Wer sich ständig zurücknimmt, die eigenen Bedürfnisse ignoriert und immer zuerst darauf schaut, was für alle anderen angenehm ist, bekommt dafür häufig eine kurzfristige Belohnung: Die anderen sind zufrieden, dankbar und glücklich. Und wir übrigens auch – andere zu unterstützen erhöht erwiesenermaßen unsere Glücksgefühle. Langfristig wird der eigene Energieakku dadurch aber immer leerer.
Selbstbewusste Menschen nehmen ihre Bedürfnisse deshalb ernst. Sie äußern ihre Wünsche und ihre Meinung – nicht auf Kosten anderer, sondern so, dass ihre Bedürfnisse und die Bedürfnisse ihres Umfelds berücksichtigt werden können. - Ich umgebe mich mit Menschen, die mich groß machen wollen
Auch wenn wir selbstbewusst sind, kostet es Energie, ständig gegen Menschen ankämpfen zu müssen, die uns kleinmachen oder uns nicht zutrauen, unseren eigenen Weg zu gehen. Selbstbewusste Menschen achten deshalb genauer darauf, welchen Menschen sie wie viel Raum in ihrem Leben und wie viel Gewicht sie deren Meinung geben.
Du musst nicht jeden schwierigen Menschen aus deinem Leben streichen. Aber du kannst unterscheiden: Wer wünscht mir wirklich das Beste – und wer versucht, mich in eine Version von mir zurückzudrängen, die besser in sein eigenes Bild von mir passt?
Je mehr Raum Menschen bekommen, die uns unterstützen und uns erlauben, wir selbst zu sein, desto mehr kann unser Umfeld auch zu einem Ort werden, an dem wir wachsen und aufblühen können.
Häufige Fragen zum Thema „Selbstbewusstsein“
Wahres Selbstbewusstsein bedeutet nicht, immer laut, souverän oder durchsetzungsstark aufzutreten. Es bedeutet unter anderem, die eigene Persönlichkeit und die eigenen Bedürfnisse zu kennen, sie wichtig zu nehmen und auch dann zu ihnen zu stehen, wenn andere Menschen damit nicht einverstanden sind.
Selbstbewusstsein entwickelt sich nicht nur dadurch, dass du dein Verhalten nach außen veränderst. Ein wichtiger Schritt ist, die eigenen Bedürfnisse, Werte und persönlichen Grenzen kennenzulernen, sie wichtiger zu nehmen und zu lernen, dabei auch unangenehme Reaktionen anderer auszuhalten.
Wenn wir früh gelernt haben, dass Grenzen, Fehler oder ein Nein zu Ärger, Enttäuschung oder emotionaler Distanz führen, kann die Reaktion anderer für uns besonders bedrohlich wirken. Dann geben wir unsere Grenzen möglicherweise schnell wieder auf, sobald unser Gegenüber negativ reagiert.
Nein. Für die eigenen Bedürfnisse zu sorgen bedeutet nicht automatisch, die Bedürfnisse anderer zu ignorieren. Selbstbewusstsein bedeutet vielmehr, die eigenen Bedürfnisse ebenso wichtig zu nehmen wie die der anderen und nach Lösungen zu suchen, bei denen man nicht dauerhaft selbst zu kurz kommt.
Unser Umfeld kann einen großen Einfluss darauf haben, wie frei wir uns fühlen, wir selbst zu sein. Wenn Menschen uns regelmäßig kleinmachen oder vermitteln, dass bestimmte Seiten unserer Persönlichkeit falsch sind, kann das dazu führen, dass wir uns zunehmend anpassen. Ein unterstützendes Umfeld kann dir dagegen dabei helfen, deine Persönlichkeit zu leben und dich weiterzuentwickeln.
Dein nächster Schritt
Wenn du merkst, dass dich alte Glaubenssätze und Muster immer wieder daran hindern, selbstbewusst für dich einzustehen, kann unsere Psychologische Lebensanalyse ein sehr hilfreicher nächster Schritt für dich sein. Gemeinsam schauen wir uns an, welche Erfahrungen und Überzeugungen hinter deinen heutigen Verhaltensmustern stehen – und helfen dir dabei, diese alten Muster Schritt für Schritt aufzulösen.
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