„Die anderen machen auch alle mit – nur Sie nicht!“
„Kein Wunder, dass dein Mann dich verlassen hat!“
Kennst du solche Sätze? Und hast du manchmal in genau solchen Momenten das Gefühl, dass dir einfach keine passende Antwort einfällt? Oft passiert nämlich genau das: Wir lassen uns in eine Diskussion ziehen, rechtfertigen uns, zweifeln an unseren eigenen Gefühlen oder geben am Ende doch nach – obwohl wir eigentlich eine Grenze ziehen wollten. In dieser Folge zeigen wir dir, wie du auf solche grenzüberschreitenden und manipulativen Bemerkungen schlagfertig und souverän reagieren kannst, ohne dich in endlosen Diskussionen zu verlieren.
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In dieser Folge erfährst du:
- warum wir uns von bestimmten Bemerkungen so schnell verunsichern und in die Rechtfertigung bringen lassen
- wie du souverän reagieren kannst, wenn jemand dir ein schlechtes Gewissen macht
- wie du bei einem Nein bleiben kannst, wenn jemand dir Druck macht
- wie du dich nicht auf Machtspiele und emotionale Erpressung einlassen musst
- wie du in Zukunft auf diese und ähnliche blöde Kommentare schlagfertig reagieren kannst
Schlagfertig reagieren auf grenzüberschreitende Sätze
Egal ob negative Bewertungen oder das Drängen, dein Nein zurückzunehmen – meistens folgen diese Situationen dem gleichen psychologischen Prinzip. Du wirst unter Druck gesetzt, dass deine Reaktion falsch ist. Du fängst daraufhin an, dich zu erklären und um Verständnis zu werben und festigst damit die Idee, dass dein Gegenüber entscheiden wird, ob dein Verhalten angemessen ist. Genau für diese Momente finden wir in dieser Folge neue, souveräne Lösungen.
- „Das ist ja wohl nicht zu viel verlangt – nach allem, was ich schon für dich getan habe.“
Dir wird ein schlechtes Gewissen gemacht und suggeriert, dass du in der Schuld der anderen Person stehst. Die zwei einzigen Möglichkeiten sind für uns hier oft, entweder einfach nachzugeben oder in eine Diskussion zu gehen, wer wem wieviel geholfen hätte. In jedem Fall spüren wir die empörte Enttäuschung der anderen Person und fühlen uns unwohl mit unserer Grenze.
Hier kannst du in die innere Haltung kommen, dass Selbstfürsorge kein Nein gegen den anderen, sondern einfach nur ein Ja zu dir und deinen Bedürfnissen ist. - „Kein Wunder, dass [dein Mann dich verlassen hat].“
Diese Bemerkung können wir beliebig auf andere Situationen anpassen. Alle Varianten haben allerdings gemein, dass es definitiv ein Schlag unter die Gürtellinie ist. Gerade bei bewusst abwertenden und verletzenden Aussagen gewinnen wir nichts, wenn wir in das Spiel einsteigen. Das heißt, wir halten nicht dagegen, wir fragen auch nicht nach.
Deine neue innere Haltung darf hier ganz klar signalisieren: Solche Gespräche führe ich nicht. Weder „nur mal kurz“ noch „weil die Person doch sonst immer nett ist“. Gib dir die Wertschätzung, die dir die andere Person gerade nicht gibt. - „Nimm doch nicht immer alles gleich persönlich.“
Wann hörst du diese Bemerkung? Genau – nachdem dein Gegenüber etwas gesagt oder getan hat, das für dich nicht passt und du das gezeigt hast. Und schon wird der Fokus weg von dem möglichen Fehlverhalten hin zu deiner scheinbar unpassenden Reaktion gelenkt. Hättest du es nicht persönlich genommen, hätte es gar kein Problem gegeben.
Lass hier nicht zu, dass du anfängst an dir zu zweifeln. Wenn sich für dich etwas nicht richtig anfühlt, fühlt es sich nicht richtig an. Gefühle haben immer recht. Und du hast das Recht, dazu zu stehen. Deshalb ist die wichtigste Haltung bei diesem Satz, dass du hinter dir stehst. Es ist in Ordnung, dass für dich etwas nicht in Ordnung ist. - „Alle anderen machen das ja auch – nur Sie nicht.“
Hier wird sozialer Druck erzeugt, um dich zu überzeugen. Denn wenn alle anderen Kollegen ihre Freizeit opfern, musst du doch eigentlich auch mitziehen? Wenn alle anderen Mütter einen Kuchen backen, wie sieht das dann aus, wenn du keinen backst? Hier hilft uns etwas, das uns in einer sehr ähnlichen Situation so viel leichter fällt: Wie reagierst du auf den Spruch deines Kindes „Aber alle anderen dürfen auch xyz!!“ Ganz genau, mit der klaren Haltung „Nur weil das für andere gilt, muss das noch nicht für uns gelten.“ Und ja, diese Regel gilt auch, wenn es eine scheinbare Einstimmigkeit im Außen gibt 😉 Und oft bist du dann einfach die/der Erste, die zu sich steht und anderen damit ein Vorbild ist. - „Ich habs dir ja von Anfang an gesagt, dass das nicht klappen wird.“
Ein wundervoller Satz, wenn wir gerade sowieso enttäuscht sind, weil etwas nicht so gelaufen ist, wie wir es geplant hatten. Und psychologisch zeigt dein Gegenüber hier einfach nur, dass er oder sie auf jeden Fall schlauer gewesen wäre als du. Macht natürlich nicht die besten Gefühle. Doch was wäre, wenn das eine reine Selbstaussage ist? Für dich also in etwa so relevant, wie wenn du erfahren würdest, dass diese Person 5 Frösche auf dem Dachboden hat. Übersetzen wir diese Bemerkung also in ein „Ich wollte dir nur sagen, dass ich verdammt schlau bin“, tangiert sie uns plötzlich so viel weniger. - „Aber wir sind doch Familie.“
Ja, Familie und Verwandtschaft ist etwas Schönes. Doch diesen Satz hörst du fast nur, wenn du etwas umsonst machen sollst oder machen sollst, obwohl du längst Nein gesagt hast. Er stellt also deine Bedürfnisse gegen die deiner Verwandtschaft und erklärt dir damit indirekt, dass ein Ja zu dir automatisch ein Nein an eure Familie ist. Anstatt hier aber einzuknicken, kannst du dich innerlich erinnern, dass gerade Familie der Raum sein sollte, der unsere Bedürfnisse am besten achtet. Lass dich nicht emotional erpressen – du bist wertvoll und hilfsbereit genug 🙌 - „Mach doch, was du willst“
Dieser Satz ist so schwierig, weil wir genau spüren, was er transportiert, aber nichts „in der Hand“ haben. Wir spüren die Enttäuschung, die Entrüstung und die indirekte Drohung, was wir durch unser Verhalten zerstören würden. Und instinktiv machen wir hier oft einen Schritt zurück, fragen nochmal nach, erklären uns nochmal – hoffen darauf, dass der andere aus seinem Ärger rausgeht und uns versteht. Hoffen auf die Erlaubnis, für uns zu sorgen. Sobald wir unsere innere Haltung hier ändern und uns erinnern, dass wir unserem Gegenüber nicht nachlaufen werden, wird es oft so viel leichter. Hat er oder sie Einwände, kann man das jetzt diskutieren. Lass nicht zu, dass du den Frust des anderen zu deinem Problem machst. - „Wenn du mich wirklich lieben würdest, dann würdest du das für mich tun.“
Dieser Satz ist das Paradebeispiel emotionaler Erpressung. Es wirkt, als hättest du hier nicht viele Optionen. Du kannst nochmal erklären, wie sehr du dein Gegenüber liebst, kannst diskutieren, warum das eine doch nichts mit dem anderen zu tun hat oder nachgeben, um deine Liebe zu beweisen. Doch was wäre, wenn du dich stattdessen entscheidest, diese Interpretation einfach nicht zu übernehmen? Du möchtest in einer Beziehung sein, in der deine Grenzen gesehen und geachtet werden und du nicht manipuliert wirst, sie beständig zu übergehen. Du kannst also hier eine klare Grenze ziehen, ohne in die Diskussion zu gehen, schließlich wird dein Gegenüber kaum zustimmen, dass deine Bedürfnisse hier egal wären ❤️
Häufige Fragen, wenn man schlagfertig antworten möchte
Du musst nicht sofort die perfekte Antwort parat haben. Schlagfertigkeit bedeutet nicht, möglichst schnell den cleversten Konter zu liefern. Viel wichtiger ist, dass du dich nicht automatisch in die Argumentation des anderen ziehen lässt. Du kannst dir Zeit nehmen, ruhig bleiben und zu dem zurückkehren, was du eigentlich sagen möchtest.
Schlagfertig zu sein bedeutet nicht, den anderen ebenfalls zu verletzen. Du kannst klar und deutlich reagieren, ohne beleidigend zu werden. Entscheidend ist, dass du deine eigene Grenze oder dein Anliegen vertrittst, statt in das Machtspiel des anderen einzusteigen.
Du musst nicht darüber diskutieren, ob dein Gefühl „richtig“ oder „falsch“ ist. Deine Gefühle sind zunächst einmal deine Wahrnehmung der Situation. Du kannst beispielsweise klarstellen, dass dir ein respektvoller und wertschätzender Umgang wichtig ist, ohne dich dafür zu entschuldigen, dass dich etwas verletzt hat.
Erinnere dich daran, dass die Meinung des anderen nicht automatisch deine Entscheidung verändern muss. Ob „alle anderen“ etwas machen, ob ihr miteinander verwandt seid oder ob jemand enttäuscht von dir ist: Nichts davon bedeutet automatisch, dass deine Grenze falsch ist. Du darfst bei deinem Nein bleiben, ohne es endlos zu rechtfertigen.
Dein nächster Schritt
Und wenn du nicht nur auf diese 8 Bemerkungen, sondern grundsätzlich so viel gelassener und souveräner auf Provokationen und respektlose Sätze reagieren willst, dann komm so gern zu uns ins Psychologische Mentoring und lass uns das gemeinsam deine schwierigen Situationen verändern. Meistens sind es nämlich gar nicht die konkreten Sätze, sondern die richtige innere Haltung und schon bringt dich so schnell nichts mehr aus der Ruhe. Wir freuen uns auf dich ❤️ Mehr Infos findest du hier.
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